Trends & Tools•
on Juli 30th, 2009•

Ursprünglich wollten wir in diesem Artikel eine vergleichende Untersuchung der Sozialen Netzwerke XING, LinkedIn und Facebook anhand ihrer Nutzerzahlen in Deutschland in den Jahren 2008 und 2009 vornehmen. Die statistischen Momentaufnahmen sollten auf absoluten Zahlen basieren und eine Altersklassifizierung enthalten. Ziel der Untersuchung war es, dass Wachstum einzelner Altersgruppen zu analysieren, um so auf die zukünftige Bedeutung der Netzwerke, einzeln und im gegenseitigen Vergleich, für die aktive Personalsuche schließen zu können. Das Ergebnis fällt leider sehr dürftig aus, was zum Glück nicht an unseren statistischen Fähigkeiten sondern an der verfügbaren Datenbasis liegt. LinkedIn musste aufgrund des Fehlens jeglicher Nutzerzahlen für Deutschland unberücksichtigt bleiben.
XING
Die Xing-Daten zu den Altersgruppen sind mit Vorsicht zu genießen, da Xing selbst lediglich Gesamt-Nutzerzahlen publiziert. Die absoluten Anteile der Altersgruppen haben wir anhand der Angaben von Xings Werbeflächenvermarkter berechnet. Die Ergebnisse sind statistisch allerdings fragwürdig, da die von adconion angegebene Altersstruktur keine Aussage über den Zeitpunkt der Erhebung enthielt. Um zumindest eine ungefähre Vorstellung der absoluten Größe der Altersgruppen zu gewinnen, waren wir gezwungen die angegebene Altersstruktur auf beide Gesamtmengen anzuwenden. Veränderungen der Altersstruktur, welche internationale Zahlen nahe legen, lassen sich leider nicht erkennen.

Aufgrund der schwachen Zahlenbasis lässt sich aus diesen Zahlen nur schließen, dass Xing seine Nutzerbasis in Deutschland im Vohrjahresvergleich um rund 40 Prozent steigern konnte. Eine Aussage über die Qualität dieser Steigerung aus Recruiting-Perspektive kann nicht getroffen werden.
Facebook
Facebook gibt Nutzern als Entscheidungshilfe bei der Werbeplanung die Möglichkeit Zahlen für einzelne Altersgruppen zu berechnen, jedoch handelt es sich auch hier um Schätzwerte. Die Vergleichszahlen vom Juni 2008 stammen vom E-Marketing Blogger Monty C.M. Metzger.

Facebook begeistert mit hohen Zuwachsraten in allen Altersgruppen und ließe das Recruiter-Herz höher schlagen, wäre es nicht so kompliziert zu durchsuchen.
Fazit
Das Hauptfazit liegt darin, dass es zwei von drei Netzwerken, und zwar ausgerechnet die “Business”-Netzwerke Xing und LinkedIn, nicht für nötig halten, ihren Nutzern solides Zahlenmaterial zur Untermauerung wirtschaftlicher Entscheidungen an die Hand zu geben.
Besonders enttäuschend ist dies im Fall von Xing, die seit längerem versuchen sich als Recruiting- Plattform zu positionieren. Skeptische Zeitgenossen könnten zu der Schlussfolgerung gelangen, dass die “qualitative” Entwicklung aus der Recruiter-Perspektive weniger positiv ist, als das Mitgliederwachstum an sich.
Nachtrag 04.08.2009:
Gestern, am 03.08.2009, hat die XING AG eine Pressemitteilung zu der Enwticklung der Nutzerzahlen veröffentlicht. Seit Beginn des Jahres sollen 1 Mio. neue Nutzer dazu gekommen sein. Ihre Gesamtzahl stieg auf über 8 Mio. (3,4 Mio. im deutschsprachigen Raum) an. Die Veröffentlichung der Gesamtzahlen kommt rechtzeitig und bestätigt das starke Wachstum. Aktuelle Statistiken zu Alters- und Ausbildungsstruktur fehlen jedoch weiterhin.
Bewerbung & Karriere•
on Februar 5th, 2009•

Es wird immer spannender auf dem deutschen Markt für soziale Netzwerke. Viele haben es schon mitgekriegt – das internationale Business- und Karrierenetzwerk LinkedIn ist seit dieser Woche auch in einer deutschen Version verfügbar und wird dem Platzhirsch XING zukünftig verstärkt Konkurrenz machen. LinkedIn bringt neben der wesentlich breiteren internationalen Nutzerbasis einige tolle Funktionen mit, die wiederum neue Möglichkeiten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer versprechen.
Aus der Sicht der Personalsuchenden muß die Zahl der deutschen Mitglieder – aktuell 500.000 – noch anziehen, um für die Personalsuche wirklich erfolgversprechend zu sein. Das solte jedoch niemanden davon abhalten, etwas neues auszuprobieren und sich jetzt schon mit den Möglichkeiten und Funktionen von LinkedIn auseinander zu setzen. Denn an seinem Netwzerk sollte man am besten schon arbeiten, bevor man es wirklich braucht.
Hier sind ein paar Tipps, wie man LinkedIn (und zum Teil andere soziale Netzwerke) zur Karriereförderung einsetzen kann, inspiriert von einem englischsprachigen Artikel von Guy Kawasaki. Haben Sie weitere Ideen, nur raus damit!
(Hinweis: Es wird vorausgesetzt, dass Ihr Profil nicht mehr “jungfräulich” ist und Sie ab heute keine Gelegenheit auslassen, es zu vervollständigen und bei jeder passenden Gelegenheit mitanzugeben.)
1. Statusmeldung
Teilen Sie der Welt mit, wenn Sie auf Stellensuche sind. Nutzen Sie dazu, ähnlich wie bei XING, die Status Updates – “Woran arbeiten Sie gerade?” in Ihrem Profil.
Um möglichst viele Nutzer mit Ihrer Statusmeldung zu erreichen, müssen Sie erst die Einstellungen unter Profil- und Status-Updates auf “ja” und Status-Sichtbarkeit (Direktlink: Profileinstellungen) auf “Alle” setzen (Berücksichtigen Sie gegebenfalls bitte das Verhältnis zu Ihrem aktuellen Arbeitgeber.).
Denken Sie daran, Ihre Statusmeldungen alle 5 Tage zu aktualisieren, da Sie von LinkedIn sonst automatisch ausgeblendet werden.

2. Empfehlungen
LinkedIn verfügt über eine Empfehlungsfunktion. Menschen, mit denen Sie bereits zu tun hatten oder aktuell zusammenarbeiten, können Sie “empfehlen”. Die Anzahl von Empfehlung ist ein positiver Indikator, der Ihnen bei Ihrer Stellensuche ein paar Pluspunkte einbringen kann. Vorausgesetzt, Sie haben bereits ein paar Kontakte bei LinkedIn, z.B. aktuelle und ehemalige Kollegen, Vorgesetzte usw., bitten Sie sie um eine Empfehlung und empfehlen Sie sie im Gegenzug ebenfalls.
(Direktlink: Empfehlungsanfrage)

3. Suchen Sie nach “Ihresgleichen”
Nutzen Sie die erweiterte LinkedIn Suche , um nach Menschen mit einem ähnlichen beruflichen Hintergrund in Ihrer Region zu suchen. So finden Sie potentielle Arbeitgeber, die womöglich nicht direkt ausschreiben, über Personalberater nach Mitarbeitern suchen, oder die Sie einfach übersehen haben.
(Sie sind ein Java – Entwickler aus Hamburg und wollen sich verändern? Geben Sie in das Stichwortfeld “Java” und unter Ort “Hamburg” ein. Anschließend recherchieren Sie die Firmennamen aus der Ergebnisliste.).

4. Analysieren Sie die Unternehmensprofile
Womöglich möchten Sie einen bestimmten Karriereweg einschlagen, oder früher oder später bei einem ganz konkreten Unternehmen landen. Das LinkedIn Unternehmensverzeichnis verrät Ihnen wo die Mitarbeiter eines Unternehmens vorher gearbeitet haben, welche Ausbildung Sie genossen haben, wohin sie am häufigsten aus dem Unternehmen wechseln, und welche Positionen im Unternehmen häufig besetzt werden. Darüber hinaus erhalten Sie zum Teil Übersichten mit kürzlich eingestellten Mitarbeitern, die Sie je nach Bedarf nach Tipps fragen oder deren Profile Sie analysieren können.
Solche Information können mitunter sehr hilfreich sein, Karrierepfade zu erkennen, die zu Ihrem Ziel führen. Leider sind noch nicht allzuviele und meistens nur große Unternehmen aus Deutschland mit detaillierten Angaben vertreten. Dies wird sich aber nach unserer Meinung schnell ändern. Also, bleiben Sie dran.
(Direktlink: Unternehmensprofile)

5. Integrieren Sie (wenn möglich) Ihre Arbeitsproben
Besitzen Sie Arbeitsproben, Zeugnisse, Zertifikate oder sonstige vorteilhafte Nachweise, die Ihre Qualifikation untermauern, und die Sie ohne Bedenken öffentlich machen können und wollen?! Dann sollten Sie diese über den integrierten Service von Slideshare.com (Service zur Online – Veröffentlichung von Dokumenten) in Ihrem LinkedIn Profil zugänglich machen. Mit dieser Funktion können Sie aus Ihrem LinkedIn Profil gleich eine vollständige Bewerbungsmappe basteln, mit der Sie sich bei den entsprechenden LinkedIn Kontakten unkompliziert bewerben können. Mit dermaßen umfassenden Angaben erleichtern Sie natürlich auch den Personalabteilungen und Personalberatern die Einschätzung Ihrer Person. Bitte denken Sie vorher an den Schutz Ihres Profils und legen Sie fest, wer genau Zugriff auf Ihre Unterlagen haben soll.
(Das Slideshare – Toll finden Sie unter der Maske “Start” in der rechten Spalte.).

6. Nehmen Sie Teil am professionellen Austausch in den (LinkedIn) Gruppen
Sollten Sie daran interessiert sein, Ihre Auffindbarkeit durch Personalsuchende zu steigern, empfiehlt sich die aktive Teilnahme an bestehenden Gruppen oder sogar die Gründung einer eigenen Gruppe zum Austausch mit Berufskollegen oder anderen interessanten Personenkreisen.
Über diesen Weg werden Sie mit Sicherheit auch zu neuen Kontakten kommen.
(Direktlink: Gruppen)

7. Suchen Sie Kontakt zu Personalern
Ein guter Weg, einer Bewerbung “auf die Sprünge zu helfen”, ist, schon im Vorfeld Kontakt zum Personaler des Zielunternehmes aufzubauen bzw. sich einem Personaler durch einen anderen Mitarbeiter im Unternehmen empfehlen zu lassen. Prüfen Sie stets, ob Sie diese Möglichkeit haben, bevor Sie sich bewerben.
8. Prüfen Sie die Stellenangebote auf Konsistenz
Bekanntlich hören sich die meisten Stellenanzeigen gleich an. Zum Teil fällt deswegen die Einschätzung der persönlichen Eignung schwer. Grundsätzlich sollte man vor einer Bewerbung telefonisch weiterführende Informationen zu der Stelle einholen. Mit Hilfe der sozialen Netzwerke haben Sie die zusätzliche Option, nach Mitarbeitern in der selben Position im Zielunternehmen zu suchen. Ein Profilabgleich kann nützliche Hinweise zu Ihrer Eignung und Formulierung Ihrer Bewerbung geben.
9. LinkedIn Stellenbörse
Zu guter Letzt werfen Sie noch einen Blick auf die LinkedIn Stellenbörse. Mit etwa 150 Stellenanzeigen aus Deutschland sieht sie im Moment noch etwas mager aus. LinkedIn liefert jedoch neben eigenen Stellenanzeigen die Suchergebnisse von simplyhired.com. Da kommen für Deutschland anscheinend immerhin etwa 60.000 Stellenanzeigen zusammen. Wenn Sie an internationallen Stellenangeboten (z.B. USA) interessiert sind, ist die Stellenbörse von LinkedIn wirklich interessant.
Viel Erfolg bei der Stellensuche mit LinkedIn!
“she spy” – Vorschaubild von Kangrex
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