Suche nach bilingualen Fachkräften in russischen sozialen Netzwerken

Personalsucheon Juni 5th, 200913 Comments
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Die zunehmende internationale Präsenz russischer Unternehmen und die immer enger werdenden Beziehungen zwischen der deutschen und der russischen Wirtschaft veranlassen uns dazu, die kaum bewußt wahrgenommene Gruppe der russischsprachigen Fachkräfte in Deutschland zu thematisieren.

“Young Professionals, die einen bedeutenden Teil ihres Lebens hier verbracht haben, die deutsche Sprache perfekt beherrschen, über eine gute berufliche und/oder universitäre Ausbildung verfügen und sich flexibel zwischen zwei Kulturkreisen bewegen (können).”

So oder ähnlich lautet das Anforderungsprofil unserer Kunden bei der Suche nach bilingualen Fachkräften für Schnittstellenpositionen z.B im Logistik- und Exportbereich. Aber wo findet man sie?

Wie wir in unserem Artikel zum Facebook-Einstieg von Yuri Milner bereits erwähnt haben, existieren heute zwei große russische soziale Netzwerke mit weltweit jeweils ca. 35 Mio. Nutzern und in beiden findet man in Deutschland lebende Russen.

Odnoklassniki.ru (“Klassenkameraden”) ist mit 1,16 Mio. Nutzern aus Deutschland ganz klar das beliebteste Netzwerk hierzulande. Die Personalsuche ist hier sehr schwer. Da bisher leider keine englischsprachige Version zur Verfügung steht, sind hausinterne Russischkenntnisse unbedingt notwendig. Aber selbst mit Russischkenntnissen kann man das Fachkräftepotential der Nutzerbasis auf Anhieb nur schwer erschließen.

Das sehr schwache interne Suchsystem ermöglicht lediglich die Suche nach bekannten Namen in Kombination mit der Stadt, dem Land und dem Alter. Es gibt keine Möglichkeit, direkt nach berufsbezogenen Daten zu suchen. Die Profile werden auch nicht von Websuchmaschinen erfasst, was eine externe Suche ausschließt. Erschwerend kommt außerdem hinzu, dass in den Profilen selten Angaben zum Beruf gemacht werden.

Als nützlich erweist sich dagegen die Möglichkeit über “Interessengemeinschaften” nach Personen zu suchen. Dabei handelt es sich um Listen von Nutzern, die die selben Schulen, Berufsschulen, Universitäten sowie aktuelle und/ oder ehemalige Arbeitgeber teilen oder geteilt haben.

Für Personalsuchende bietet sich hier die Gelegenheit, anhand von Firmennamen und Ausbildungsstätten interessante Kandidaten ausfindig zu machen.

odnoklassniki-suche

Vkontakte.ru (“In Kontakt (bleiben)”) hat weltweit genau so viele Nutzer wie Odnoklassniki. Die Popularität in Deutschland ist mit 107.000 Nutzern im Vergleich relativ gering. Der Vorteil von Vkontakte ist die englische Sprachversion, die das Netzwerk für Nutzer ohne Russischkenntnisse zugänglich macht. Die Benutzer-Oberfläche ähnelt darüber hinaus fast zu 100% Facebook. Die Nutzung ist daher intuitiver, als das bei Odnoklassniki der Fall ist.

Bei Vkontakte werden tendenziell mehr berufsbezogene Angaben gemacht. Die Profile enthalten neben den Bildungseinrichtungen samt Ausbildungs-Schwerpunkten sowie aktuellen und ehemaligen Arbeitgebern auch aktuelle und frühere Berufsbezeichnungen bzw. Positionen. In Kombination mit dem starken internen Suchsystem wird Vkontakte zu einer interessanten Quelle (externes Durchsuchen ist nicht möglich). Die deutschlandweite Suche nach SAP Fachleuten führt zu immer hin ca. 20 russischsprachigen Kandidaten.

vkontakte-suche

Leider wurde das Suchsystem von Vkontakte noch nicht ins Englische übersetzt. Um den Funktionsumfang voll ausnutzen zu können, sind zumindest grundlegende Russischkenntnisse nötig.

Experimentierfreudige können jedoch mit Hilfe von URL-Suchabfragen an die Datenbank erste Gehversuche ohne Sprachkenntnisse unternehmen. Dazu ein Beispiel:

http://vkontakte.ru/gsearch.php?section=people#c[city]=&c[company]=&c[country]=65&c[position]=SAP&c[section]=people

Geben Sie nach der Anmeldung bei Vkontakte.ru diese URL ein, um eine Suche nach SAPlern in Deutschland durchzuführen.

vkontakta-suche-url

Fazit:

Odnoklassniki.ru und Vkontakte.ru vereinen mehr als 1,2 Mio. Nutzer aus Deutschland. Trotz Sprachbarrieren sowie einigen Eigenheiten und Unzulänglichkeiten im Bereich der Suche sind beide Netzwerke interessante und nutzbare Quellen für bilinguale Fachkräfte.

Die Hintergründe des Facebook – Einstiegs von Yuri Milner (DST)

Trends & Toolson Mai 27th, 20091 Comment
Joker kommt... Google Buzz

Die Internet-Gemeinde ist seit einigen Tagen in Aufruhr. Grund ist der Einstig des russischen Investors Digital Sky Technologies (DST), geführt von Yuri Milner, bei Facebook. Zum einen scheinen russische Investments grundsätzlich etwas “beunruhigendes” an sich zu haben (die Russen kommen…usw.), zum anderen ist die Bewertung sozialer Netzwerke immer aufs Neue spannend, solange kein klares Konzept bzgl. der Monetarisierung ihrer Nutzerbasis existiert.

DST bewertet Facebook mit 10 Mrd. $ und erwirbt für 200 Mio. $ einen Anteil von 1,96%, ungeachtet der Gerüchte, dass westliche VCs Facebook nur mit 2-4 Mrd. bewertenen. DST erhält für diesen stolzen Preis nicht mal einen Sitz im Aufsichtsrat und scheint dennoch höchst zufrieden zu sein. Was ist hier los?!

Eine Vorahnung liefert der Blick auf die Beteiligungen von DST im Bereich der sozialen Netzwerke.

facebook-dst-milner

Die Holding hat durch diverse Beteiligungen ein Konglomerat sozialer Netzwerke in Ost-Europa geschaffen. Allein die beiden russischen Netzwerke vkontakte.ru und odnoklassniki.ru zählen jeweils ca. 35 Mio. Nutzer.

Besonders spannend (ironisch) ist in diesem Zusammenhang die Beteiligung an vkontakte.ru, wo DST-Chef Milner übrigens im Aufsichtsrat sitzt. Denn vkontakte.ru ist eine 100%ige Kopie von Facebook, die inzwischen sogar eine englische Version betreibt.

facebook-vkontakte

Der Klon investiert also in das Original, damit der seine Server finanzieren kann. Hätte StudiVZ auch machen sollen… . Zu spät. Spaß beiseite. Facebook erhält ein wenig Cash und (die Hoffnung auf) den Zugang zum östlichen Markt. Im Gegenzug wird Facebook mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf rechtliche Auseinandersetzungen mit vkontakte.ru verzichten. Die russische Seite dagegen erhält den Zugang zum Know-how des technologischen Vorreiters und kann darüber hinaus bei der Vermarktung der eigenen sozialen Netzwerke entscheidend von Facebook profitieren. Die Beteiligung ist langfristig ein klarer strategischer Gewinn für den Investor.

Berücksichtigt man außerdem die Absichten von DST innerhalb der nächsten drei Jahre an die Börse zu gehen, verdeutlichen sich auch die finanziellen Gewinnabsichten. Sollte DST noch vor Facebook ein Listing an einer westlichen Börse (DST hat inzwischen eine Vertretung in London) anstreben, können wir gespannt sein, wie hoch Aktionäre eine Beteiligung an einem globalen “Netzwerk sozialer Netzwerke”mit über 300 Mio. Nutzern bewerten werden.

Über mangelnde Publicity (auch im Westen) dürfte sich Yuri Milner ab heute jedenfalls keine Sorgen mehr machen müssen.