Deep-Web-Recruiting

Internet-Recruiting ist das Zukunftsmodell der Personalsuche. In Bezug auf die damit verbundenen Begriffe herrscht jedoch vielfach noch Unklarheit. Immer mehr Unternehmer und Personalentscheider wissen zwar was “E-Recruiting” bedeutet und setzen E-Recruiting-Lösungen im Rahmen der Personalgewinnung ein, haben aber keine klare Vorstellung der Bedeutung von “Online-Recruiting” und “Recruiting 2.0″. Zu dieser Verwirrung möchten wir heute noch ein wenig beitragen, indem wir das Begriffs-Wirrwarr der Internet-Personalsuche um den Begriff “Deep-Web-Recruiting” erweitern.
Deep-Web-Recruiting ist in Deutschland noch weitgehend unbekannt, stellt aber ein ziemlich bedeutenden Teilbereich des Online-Recruitings dar.
Deep-Web-Recruiting = Personalsuche im “Deep-Web”
Unter Deep-Web versteht man im Allgemeinen den Teil des Internets, der nicht von Suchmaschinen erfasst wird. Man mag es kaum glauben, aber dieser versteckte Bereich des Internets ist wesentlich größer als der durchsuchbare Bereich und enthält dazu auch noch haufenweise nützliche Informationen. Einen interessanter Hintergrundartikel zum Thema Deep-Web wurde neulich bei der New York Times veröffenlticht.
Die Inhalte/Seiten im Deep-Web gehören zu einer oder mehreren der folgenden Kategorien:
-dynamische Inhalte ohne eine permanente URL (Abruf über Scripte oder Datenbankabfragen)
-Inhalte ohne Verlinkungen darauf, die nicht bei Suchmaschinen angemeldet wurden
-Anmeldungspflichtige (passwortgeschützte) Seiten/Inhalte
-Seiten, die die Erfassung durch Suchmaschinen bewusst beschränken
-Multimediale Inhalte (Flash, Video, Sound, Bild)
-spezielle, nicht durchsuchbare Dateiformate
Konkrete Beispiele sind unter anderem anmeldungspflichtige Diskussionsforen und Newsgruppen (Usenet). Wenn ein Teilnehmer eines geschlossenen Forums dort auch seinen kompletten Lebenslauf veröffentlichen würde, hätte man keine Möglichkeit, diese Daten auf herkömmliche Weise zu finden.
Die Herausforderung des Deep-Web-Recruitings besteht darin, sich in mühseliger Handarbeit die relevanten Ressourcen zusammenzutragen bzw. sich die Zugänge zu verschaffen, um im Bedarfsfall ohne großen Zeitverlust eine gezielte Suche darin durchführen zu können. Die Möglichkeiten der maschinellen Erfassung des Deep-Webs sind noch in der Entstehung und im Moment nicht wirklich brauchbar.


Zum Glück für Euch (und andere)! Sonst würden Headhunter (die nicht nur abwerben) und Personaldienstleister ja auch einen Teil Ihrer Arbeit nicht mehr machen müssen. Der Clou liegt ja gerade darin, in Lebenslaufdatenbanken mehr persönliche Daten des Bewerbers zu haben, die er bei einem öffentlichen Profil niemals angeben würde.
Guter Artikel zur Begriffsklärung. Vorschlag für den nächsten: HR-Microsites.
Felix,
ehrlich gesagt betrachte ich das nicht als Glücksfall sondern als Hemmnis. Zum einen, da sich das Deep Web aufgrund seines Datenvolumens manuell nur bruchstückhaft erfassen lässt und viele wertvolle Informationen somit ungenutzt bleiben. Und zum anderen weil auch für ein maschinelles Erfassen mehr informationstechnisches Know-how nötig sein dürfte, als ein durchschnittliches personalsuchendes Unternehmen in diesem Bereich besitzt.
Auch bin ich aufgrund zahlreicher gegenteiliger Erfahrungen nicht mehr der Meinung, dass Lebenslaufdatenbanken grundsätzlich wesentlich mehr Informationen enthalten, als sich durch Online-Profile und eine Routine-Recherche ermitteln lassen. Profil-Datenbanken sind immer nur so gut, wie sie gepflegt werden, wobei Lebensläufe im Gegensatz zu Social-Networking-Profilen nach dem Berufseinstieg meist verkümmern.
Deinen Vorschlag für HR-Microsites werden wir übrigens gerne in einem unserer nächsten Beiträge aufgreifen. Vielen Dank dafür.
Gruß Jan
Das e-Recruiting basiert auf dem einfachen Grundsatz, Stellenanzeigen im Internet zu publizieren, damit sie von Bewerbern gefunden werden. Welchen Sinn macht es dann, kostenpflichtige Stellenanzeige im Deep-Web zu publizieren, wo sie nicht gefunden werden können?
Hallo Capilano,
wir haben im Artikel gar nicht dazu aufgerufen, irgendwo Anzeigen zu schalten, sondern lediglich den Begriff erklärt.
Dennoch ist Deine Frage, warum man in dem von den Suchmaschinen nicht durchsuchbaren Teil des Internets kostenpflichtige Anzeigen schalten sollte, absolut berechtigt. Ich kann Sie jedoch nicht beantworten, da wir so etwas bei unserer Suche nach Kandidaten kaum praktizieren. Das Deep-Web und das durchsuchbare (Surface) Web bieten inzwischen genügend kostenlose und gleichzeitig effektivere Möglichkeiten und Methoden zur Schaltung von Anzeigen und zur aktiven Suche nach relevanten Informationen.
Schöne Grüße
Alexander Fedossov