Die BA wirbt für Ausbildungsberufe und trifft den richtigen Ton


Die Bundesagentur für Arbeit hat eine Micropage ins Leben gerufen, die sich an Jugendliche richtet und ihnen möglichst facettenreich Ausbildungsberufe schmackhaft machen will. Sie setzt dabei auf ein schickes Design und – noch viel wichtiger – die Integration der gesamten Initiative in das Social Web der Zielgruppe: bei SchülerVZ. Eine gute Wahl, auch wenn Markus mit seiner Vermutung vermutlich Recht haben wird, dass selbst SchülerVZ sich nicht mehr lange am Markt halten wird. Noch ist es das Netzwerk dieser Altersgruppe.
Ich finde, die Seite und die Kampagne ist rundum gut gelungen und ein schönes Beispiel für eine zielgruppengerechte Ansprache. Als Incentive werden zum Beispiel ein T-Shirt verlost, von denen ich eines selbst gerne hätte
– fern von dem muffigen Charme des BiZ (Berufsinformationszentrum) den ich noch kennenlernen durfte. Fler als aktuelles Testemonial ist zwar eher Geschmacksache (Er ist schließlich nicht unbedingt der Traumschwiegersohn der Elterngeneration), aber auch hier beweist die BA den nötigen Mut, den es braucht, um Jugendliche überhaut mit Respekt zu erreichen.
Die Aktion schafft es, Jugendliche mit einem Thema anzusprechen, mit dem sie sich nur wider Willen auseinandersetzen. Schließlich hat man in diesem Alter sehr viel Wichtigeres zu tun, als sich Büros in kaufmännischen Betrieben, eine Pflegestation oder eine CNC-Fräse anzuschauen. Doch genau da setzt die BA an; sie verbinden den Alltag und die gelebten Talente der Jugendlichen mit möglichen Berufsaussichten. Es scheint zu klappen: Immerhin finden schon jetzt über 2000 Schüler Ich bin gut “gut” – wie das “liken” auf SchülerVZ genannt wird – und das in den Sommerferien!




hmm, Ansatz der gesamten Microsite finde ich okay bis gut.
Der “Talentcheck” auf der Seite (http://www.ich-bin-gut.de/test_1.html, fortfolgende) ist allerdings eine Farce. Hier wird durch den Begriff etwas völlig anderes suggeriert. So wird der User eher für Dumm verkauft. Methodisch fragwürdig, Orientierungsgehalt gleich Null und äußerlich eher pseudowitzig.
Da wäre deutlich mehr möglich gewesen.
@Joachim Diercks
Du hast da natürlich gehobene Ansprüche!
Da wäre sehr viel mehr möglich gewesen, keine Frage. Ich denke der Sinn dieses “Talentchecks” ist weniger bestimmte Stärken bei sich zu entdecken, sondern darauf hingewiesen zu werden, DASS man überhaupt Stärken und Talente hat, die auch für Arbeitnehmer interessant und wertvoll sein können. Selbst wenn man alle Fragen so beantwortet, als wäre man der entspannte Sunnyboy, dem alles andere wichtiger ist, als Karriere und Geld, bekommt man am Ende noch gesagt:
“Du bist ein kreativer Gestalter
Technische Dinge findest du ziemlich spannend. Dröge Bürojobs sollen andere machen. Wichtig ist dir, dass deine Schäfchen im Trockenen sind. Du findest, dass man mit Kreativität am weitesten kommt. So cool dein Job auch sein soll, Hobbys gehen für dich vor.”
Da ist Dein “methodisch fragwürdig” noch freundlich ausgedrückt. ABER: Der Schüler bekommt immerhin einen Hinweis darauf, dass er sich nicht in den Bürojob fügen muss – Kreativität und andere Talente können auch honoriert werden. Das bekommt er (oder sie) je nach Elternhaus und Schule vielleicht nicht allzu oft zu hören.
[...] der Ausbildungsinitiative “Ich bin gut” der Bundesagentur für Arbeit positiv überrascht waren, mussten wir uns über das Angebot von meinestadt.de doch etwas [...]
Vielleicht sollte die BA das Thema “Lebensmittelgutscheine” viel offensiver vermarkten. Immerhin sind Food Stamps für die U25 Zielgruppe eine wichtiges Thema. So könnten die Ausbildungssuchenden gleich erfahren, welche rechtlichen Sanktionen es nach sich führt, wenn sie wider Erwarten im umfangreichen Lehrstellenangebot nicht fündig werden.
Immerhin bieten Lebensmittelgutscheine für U25 eine hohe Schmerzmotivation. Auf dem Spiel steht nichts geringeres als das physische Überleben der anvisierten Zielgruppe. Gerade bei risikofreudigen jungen Menschen wirkt diese Gutschein-Programm wie ein Motivationsbooster.