Absagen menschlich gestalten!

Personalmarketingon November 5th, 2008• von Jan und Alexander •2 Comments

    Wenn es etwas Unangenehmes an Bewerbungen auf Stellenanzeigen gibt, dann ist es ganz sicher eins: die Absagen!!

    Unangenehm sind Absagen nicht nur aus Sicht des Bewerbers, sondern auch aus Sicht desjenigen, der sie aussprechen muß. Daher machen es sich manche Unternehmen einfach und reagieren gar nicht auf Bewerber, die auf Grund “anders gelagerter” Kenntnisse oder Fähigkeiten für die vakante Stelle nicht in Frage kommen. Unabhängig davon, dass ein solches Verhalten nicht für die Professionalität eines Unternehmens spricht, wird hier eine wichtige Chance vertan, etwas für das Betriebsimage zu tun. Denn eine Absage kann auch so gestaltet werden, dass sie nichts Unangenehmes ist. Das erfordert keinen großen Aufwand, bringt aber dem Bewerber (und mittelfristig auch dem Unternehmen) unter Umständen sehr viel.

    Den Bewerbern ist klar, dass sie sich im Wettbewerb mit anderen Bewerbern befinden. Die Möglichkeit einer Absage ist ihnen i.d.R. also bewußt. Nicht bewußt sind vielen allerdings die Schwächen , die zu einer Absage führen. Viele Bewerber würden daher gerne die genauen Gründe für die Absage erfahren. So können sie aus eventuellen Fehlern lernen und bekommen eine neue Chance besser zu werden, damit es beim nächsten Mal bei einer weiteren Firma besser klappt.

    Eine Absage sollte nicht das Selbstwertgefühl des Empfängers verletzen. Mit einer telefonischen Absage vermittelt man den Bewerbern ein Gefühl der persönlichen Wertschätzung, wodurch Arbeitgeber die Bewerber dazu motivieren, sich weiterhin zu bewerben. Eine telefonische Absage dauert meist nur 1 bis 1 ½ Minuten. Ein geringer Aufwand, wenn man bedenkt, welche Wirkung sich damit erzielen lässt. Diese Form der Absage empfiehlt sich für kleinere Unternehmen, bzw. bei wenigen eingegangenen Bewerbungen.

    Bei einer Vielzahl eingegangener Bewerbungen wird man hingegen auf eine eine Email- bzw. Briefvorlage zurückgreifen müssen. Aber auch mit einer freundlich und gut formulierten schriftlichen Absage kann das Unternehmen ein faires Arbeitgeberimage hinterlassen und sich für zukünftige Stellen bei gut qualifizierten Bewerbern empfehlen.

    Nehmen Sie sich also das bisschen Zeit und rufen Sie die Kandidaten an, es lohnt sich!

    2 Responses to “Absagen menschlich gestalten!”

    1. CarolinNo Gravatar says:

      Tcha, nur leider nimmt sich kaum ein Unternehmen dies zu Herzen!

      Erst neulich habe ich eine völlig unpersonalisierte Absage per Email erhalten.

      “Leider haben wir einem Bewerber den Vorzug gegeben. MfG, (Name einer Emfangssekretärin – herausgefunden über Xing)”

      Will sagen: in diesem Unternehmen nimmt sich noch nicht einmmal der Chef Zeit, um einem Bewerber persönlich in einem fairen Ton abzusagen.

      So läuft es leider allzu oft.
      Den meisten Unternehmen ist es einfach scheissegal wie sie ihre Bewerber behandeln.

    2. wollmilchsauNo Gravatar says:

      Hallo Carolin! Vielen Dank für den Kommentar.

      Unser Artikel stellt eine Empfehlung für den Idealzustand dar. Aus eigener Erfahrung wissen wir aber, dass es Situationen gibt, in denen eine Absage per Mail unumgänglich ist. Bei sehr vielen Bewerbungen auf eine Stelle ist es manchmal nicht möglich, allen persönlich abzusagen. Weiterhin kommt es vor, dass der Bewerber oder die Bewerberin telefonisch nicht sofort erreicht werden können. Um die Absage nicht zu verschieben, wird eine Absage per E-Mail vorgezogen.

      Die unpersönliche Gestaltung der schriftlichen bzw. E-Mail Absagen ist unter anderem auf “Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz – AGG” (http://www.gesetze-im-internet.de/agg/) zurückzuführen.

      Nichtsdestotrotz sollte man sich nicht von einer unpersönlichen Absage entmutigen lassen. Vielmehr kann man versuchen, den Spieß umzudrehen. Mit etwas Nachdruck läßt sich in einem Telefonat etwas mehr über die wahren Gründe der Absage erfahren.

      Zeigen Sie Verständnis für die Entscheidung des Unternehmens für eine AGG konforme schriftliche bzw. E-Mail Absage, und bitten Sie im Gegenzug um Verständnis für den eigenen Wunsch, zumindest mündlich die Gründe zu erfahren.

      Beste Grüße,

      Alexander Fedossov

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